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Kreistagssitzung am 03.12.2012, in Neckarwestheim

Zu Pkt. 1.: Kreishaushalt 2013: siehe Haushaltsrede

Zu Pkt. 2. - 6: Abfallwirtschaft
Unser Klassenprimus Abfallwirtschaftsbetrieb hat wieder mal mit hervorragenden Noten abgeschlossen.

Das Jahresergebnis 2011 ist um rund 4,5 Mio. Euro besser als geplant. Auch wenn äußere Umstände – wie der steigende Papierpreis – dazu beigetragen haben, Herr Raatz und seine Mannschaft hatten sicher auch das Glück des Tüchtigen.

Die Bürger freut natürlich die konstanten Müllgebühren. Seit 2006 hatten wir keine Gebührenänderung mehr. Dagegen ist in der gleichen Zeit der Benzinpreis um fast 50% gestiegen!

Während somit regional im Landkreis alles vorbildlich geregelt ist, kann man sich nur wundern was im nationalen und internationalen Maßstabe abläuft:

Unser Wirtschaftssystem ist auf maximalen Verbrauch ausgelegt: Ob Handys, Flachbildfernseher oder elektrische Zahnbürsten – Hersteller überschwemmen mit immer neuen Modellen den Markt. Zur Umsatzsteigerung werden in die Produkte Sollbruchstellen eingebaut, damit diese schneller kaputtgehen. Diese geplante Obsoleszenz sorgt dafür, dass zum Beispiel ein Drucker fest einprogrammiert seinen Geist auf, obwohl er eigentlich noch gar nicht defekt ist.

Für uns als Landkreis bleibt dann nur, dafür zu sorgen, dass das Gerät nicht im Restmüll landet.

Ein anderes Beispiel: Ein Drittel der weltweit produziertem Lebensmittel landen auf dem Müll. Bei uns geht man sogar von der Hälfte aus. Je billiger die Lebensmittel werden, um so mehr geht wohl die Wertschätzung verloren.

Auch hier können wir nur durch eine verbesserte Öffentlichkeitsarbeit auf diese Verschwendung von Lebensmitteln hinweisen.

Noch ein weiteres Beispiel, wo einiges falsch läuft: Die Einnahmen aus dem Dualen System freuen uns natürlich. Doch 2/3 der Abfälle aus dem Dualen System werden bundesweit nicht recycelt, sondern einfach verbrannt. Und dieser Anteil steigt, da das Pfandsystem im Rückgang begriffen ist.


Wir haben einen Spitzenplatz mit den niedrigsten Müllgebühren. Bei der Müllmenge pro Einwohner liegen wir nur im Mittelfeld. Da gibt es einige Landkreise, die nur die Hälfte an Müll pro Einwohner produzieren als wir im Landkreis Heilbronn.

Deshalb sollten wir bei der Restmüllervermeidung unsere Anstrengungen verstärken:

Wir wünschen uns kundenorientierte Recyclinghöfe, mit ausgeweiteten Öffnungszeiten, freundlichem Personal mit genügend Platz. Warum sollten die „Kunden“ (ich meine damit die Bürgerinnen und Bürger, die wertvolle Rohstoffe anliefern) nicht zum Beispiel jetzt zur Weihnachtszeit ein kleines Präsent bekommen, mit einem „Danke Schön“ dazu.

Der Thema Elektroschrott braucht ein Lösung, da heute zuviel wertvolle Elektronik im Restmüll landet. Lohnen sich hier weitere Container bei den Containerstandorten, möglichst getrennt nach Haushaltsgeräten und Handy/Computertechnik.

Bei steigenden Rohstoffpreisen wird dieser Müll immer interessanter. Beispiel Goldgehalt: Eine Goldmine mit 5 Gramm Gold je Tonne Gestein gilt als höchst ergiebig. Computerleiterplatten haben 250 Gramm Gold je Tonne.

Es freut uns, dass sie Herr Landrat in ihrer Rede zum Haushalt die Öffentlichkeitsarbeit besonders erwähnt haben. Hier sehen weiteren Verbesserungsbedarf:

Wir wünschen bei der Öffentlichkeitsarbeit ein Gesamtkonzept aus einem Guss, mit Plakataktionen, Zeitungsanzeigen, Prospektmaterial für die einzelne Zielgruppen wie Gewerbetreibende oder Neubürger.


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