Kreisverband Heilbronn

Leserbrief zu „Realer und gefühlter Wert eines Baumes“ von Oliver Schüle, RNZ 12.01.2010:

In Siegelsbach ist es üblich, dass die Eltern eines Neugeborenen einen Obstbaum erhalten. Bei der Entgegennahme des Gutscheins waren allerdings kürzlich nur zwei von elf Eltern anwesend.

Oliver Schüle fragt deshalb, ob der gefühlte Wert eines Baumes gegen Null geht.

Die Frage nach dem Wert eines Baumes hat sich auch der ökologische Vordenker Frederic Vester gestellt. Es hatte versucht, den Wert, also die wirtschaftliche Leistung eines ausgewachsenen Baumes in Euro und Cent auszudrücken.

Der Holzwertzuwachs ist dabei mit ca. 1,50 Euro pro Jahr vernachlässigbar.

Dagegen hat aber alleine die Klimareglerfunktion des Baumes einen Wert von 1200.- Euro pro Jahr. Die Wasserspeicherfunktion würde 70.- Euro, die Humusproduktion 105.- Euro, die Fotosynthese 75.- Euro, der Erosionsschutz 100.- Euro kosten. Einschließlich sonstiger weiterer Funktionen, wie Bereitstellung von Lebensraum und Filterfunktionen kommt Vester auf eine wirtschaftliche Leistung eines einzigen Baumes von 2650.- Euro pro Jahr.

Also doch ein beachtliches Geschenk für die Neugeborenen, gerade dann, wenn sie und der Baum erwachsen sind.

Kreisrat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP);

Klaus Ries-Müller, Bad Rappenau