Kreisverband Heilbronn

ÖDP-Wahlparty mit Diavortrag eines „Weltumradlers“ - Bad Rappenau, 11.7.2009

Zu einer ungewöhnlichen Wahlparty hatte der Kreisverband der Ökologisch-Demokratischen Partei / Familie und Umwelt (ÖDP) ins Rappenauer Wasserschloss geladen:

Tibet in 4500 m Höhe

Bild1: Tibet in 4500 m Höhe

Tibet – Palast in Lasa

Bild2: Tibet – Palast in Lasa

Bild3: China Kaiserpalast

Bild3: China Kaiserpalast

In 2 Stunden ging es einmal um die Welt und das zu alledem noch mit dem Fahrrad.

Daniel N. Lang aus Gundelsheim berichtete über eine ungewöhnliche Weltreise: Über 40 000 Kilometer in 20 Monaten mit dem Liegerad - unterwegs in den kältesten, heißesten, tiefsten, höchsten, trockensten und feuchtesten Gebieten der Welt.

Was bringt einen 21-Jährigen Studenten dazu, diese Strapazen auf sich zu nehmen?

Das Radfahren schien ihm schon in die Wiege gelegt zu sein: Mit 6 Jahren machte er seine erste Radtour an den Bodensee und legt auch seitdem (fast) alle Strecken mit dem Fahrrad zurück.

Die Welt-Radtour sollte auch ein Zeichen für diese äußerst nachhaltige und energiesparende Art der Fortbewegung setzen. War doch die erste Etappe von Paris nach Peking vor 100 Jahren (1907) das erste Mal mit dem Auto zurückgelegt worden.

Nachhaltigkeit und Ökologie - Begriffe die im Laufe des Vortrags immer wieder auftauchten, verknüpft mit der Frage, ob unser Lebensstil den richtigen Fokus hat. „Wie gut es uns geht, wird nur in Bruttosozialprodukt - also in umgesetzter Geldmenge - ausgedrückt. Echte Lebensqualität kommt dabei zu kurz," so Daniel N. Lang.

„Solch eine Reise macht offen auch für andere Lebensstile." So seien die Leute in Ländern mit hoher Armut immer bereit zum Teilen und zur Gastfreundschaft.

Dass Daniel N. Lang nicht gerne mit dem Strom schwimmt, zeigte er auch beim Thema Medienkonsum. „Ohne Fernseher sparen Sie 5 - 6 Jahre Ihrer Lebenszeit."

Dies sollte aber nicht als Technikfeindlichkeit verstanden werden, wurde doch während der ganzen Reise ein online-Tagebuch im Internet geführt, das alle unter www.velaia.de einsehen können.
Los ging es vor 2 Jahren, nach knapp zwei Monaten Vorbereitung und mit 50 Kilogramm Gepäck.Mit durchschnittlich 160 Kilometer am Tag radelte er über Paris in Richtung Peking. Traurig stimmt ihn die aktuelle Entwicklung im Iran, habe er doch dort bei der Durchreise nur äußerst gastfreundliche und interessierte Leute kennen gelernt.

Auch hier konnte er oft über den weltweiten Service http://www.couchsurfing.org/ kostenlos auf der „Couch" übernachten.

Weiter ging es nach China mit einem Abstecher nach Tibet. Hier war es teilweise so kalt, dass das Liegerad geschoben werden musste, weil sonst die Zehen abgefroren wären.

Ein Schriftzug auf einer chinesischen Colaflasche sagt manchmal mehr über die Stimmung in einem Land als das Lesen dicker Reiseführer: „The future will become better!" Diese Hoffnung auf eine bessere Zukunft lässt auch manch widrige Umstände der Gegenwart, wie die enorme Luftverschmutzung ertragen.

Von Peking flog er nach Australien, das für einen Radfahrer nicht nur Positives zu bieten hat: „Sydney war die gefährlichste Stadt der ganzen Tour, wegen des rücksichtslosen Autoverkehrs."

Nach einem kurzen Abstecher über Neuseeland mit unbeschreiblichen Landschaften, wurde die Tour in San Franzisco fortgesetzt. Hier waren der Zion National Parc und der Grand Canyon die Höhepunkte.

Es folgte die abschließende Herausforderung - 9000 Kilometer durch Südamerika. Zu dieser Etappe war sein Vater aus Gundelsheim eingeflogen.

Dabei forderten eingeschneite Andenpässe oder Schotterpisten allerhöchste Konzentration und Durchhaltewillen. Auch die hohe Kriminalitätsrate in vielen Südamerikanischen Städten, schienen keine Gefahr zu sein: „Unsere Kleider waren inzwischen so abgenutzt, dass wohl jeder dachte, hier ist nichts zu holen."

Anfang Dezember 2009 landete der Flieger dann in Paris. Also noch 2 Wochen Zeit, um rechtzeitig zum Weihnachtsfest in Gundelsheim einzufahren.